Bundesparteitag Pro Deutschland
Am Samstag, 17.7.2010 fand im Rathaus Berlin-Schöneberg der vierte Bundesparteitag des Bündnisses „Pro Deutschland“ statt. Pro Deutschland“ ist eine islam-kritische Vereinigung, die 2011 bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus antreten will. Ursprünglich wollte ich an dieser Stelle über diesen Bundesparteitag berichten, über die Reden drinnen und die Proteste draussen und über das Polizeiaufgebot, das die Guten von den Bösen trennen sollte. Eigentlich ein dankbares Thema, mit vielen Zeilen und noch mehr Worten. Jetzt werden Sie fragen: „Und warum tut er es nicht? Wir haben doch ein mediales Interesse, zu erfahren, das da vorgefallen ist.“ Ganz einfach: ich habe mich entschlossen, den Hasstiraden dieser Gruppierung kein Forum zur Verfügung zu stellen. Durch mein Elternhaus und während meiner Schulzeit habe ich eine humanistische Erziehung genossen, geprägt von Toleranz und Respekt: Respekt vor jedweder Art von Existenz und Toleranz gegenüber allem Anderssein. Berechtigter Weise mag jetzt der geneigte Leser einwerfen, dass es zur journalistischen Pflicht gehört, auch über Gruppierungen wie „Pro Deutschland“ zu berichten und deren negative Absichten schonungslos aufzudecken. Aber mit jedem Bericht, mag er noch so objektiv verfasst werden, wird dieses Gedankengut weiter getragen und kann bei dem einen oder anderen Leser auf fruchtbaren Boden fallen. Leider gibt es in diesem unserem Land zur Zeit viele fruchtbare Böden. Die Finanz- und Wirtschaftskrisen, die Ängste vor Arbeitslosigkeit und sozialem Abstieg schaffen den Nährboden für intolerante Vereinigungen. Die politischen Parteien vergrößern unsere Unsicherheit noch zusätzlich, in dem die einen orientierungslos die Regierungsgeschäfte führen und die anderen in ihrer Orientierungslosigkeit mit markigen Worten diese Ängste verstärken und ein Klima von Neid und Missgunst schaffen. In unserer medialen Informationsgesellschaft ist der Erwerb von Wissen fast schon oberste Bürgerpflicht. Für die Bereitstellung dieses Wissens sind unter anderen wir „Schreiberlinge“ verantwortlich, in dem wir über Ereignisse berichten und Hintergrundinformationen zu den Berichten geben. Wir sind aber nicht dafür verantwortlich, das Gedankengut solcher Gruppierungen wie „Pro Deutschland“ weiter zu tragen. Deshalb habe ich nicht über den „Bundesparteitag Pro Deutschland“ berichtet.




















































