Samstag, 22.07.2017 14:57 Uhr

Eine Bergspitze – zwei Länder

Verantwortlicher Autor: Edgar Hungs EUPEN (Belgien), 17.07.2017, 14:59 Uhr
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EUPEN (Belgien) [ENA] Die erstmals 1590 erwähnte Zugspitze ist mit 2962 m ü.M. der höchste Berg Deutschlands und des Tirolers Wettersteingebirges im Norden Österreichs. Die Ländergrenze verläuft über den Westgipfel. Von den beiden Städten Ehrwald (A) und Garmisch-Partenkirchen (D) kann man den herrlichen Berg sehen. Drei Wandermöglichkeiten führen auf den Berggipfel, wo seit 1881 das 4,50 m hohe vergoldete Gipfelkreuz in den Himmel ragt.

Für nicht geübte Wanderer gibt es die Möglichkeiten, mit Bahnen den Berggipfel einfach und bequem zu erreichen. Dort entdecken wir das 1897 erbaute Münche-ner Haus des Deutschen Alpenvereins und die meteorologische Station mit ihrem markanten Turm, deren Einweihung am 19. Juli 1900 stattfand. Auf dem Zug-spitzplatt wurde 1981 eine Kapelle erbaut, die ihr Stifter, der damalige Erzbischof von München und Freising, Josef Kardinal Ratzinger (Papst Benedikt XVI.) einweihte.

Ein Erlebnis ist die Fahrt mit der Bayerischen Zugspitzbahn auf die Zugspitze. Sie zählt zu den vier noch betriebenen Zahnradbahnen in Deutschland. Ausgangs-bahnhof ist Garmisch-Partenkirchen. Am 8. Juli 1930 wurde die gesamte Strecke bis zur Gipfelstation Schneefernhaus freigegeben und feierlich eingeweiht. Sie geht quer durch die Berglandschaft, ein einmaliges Naturschauspiel, ein wenig Nostalgie der Eisenbahnromantik und ein Meisterwerk der Baukunst. Die Strecke ist 19 km lang. 1987 wurde die Streckenführung nochmals durch den Rosi-Tunnel verändert.

Die Röhre, benannt nach der bekannten deutschen Skisportlerin Rosi Mittermaier, zweigt im oberen Viertel vom bereits seit 1930 bestehenden Zugspitztunnel ab und führt zum etwas tiefer gelegenen Zugspitzplatt auf 2.588 Metern. Im Gegensatz dazu steht die moderne Anlage der Tiroler Zugspitzbahn auf österreichischer Sei-te. Die am 5. Juli 1926 eingeweihte Luftseilbahn verbindet somit das Tiroler Land mit der Zugspitze. Nach der Erneuerung der Bahn, die durch einen Brand in der Talstation zerstört wurde (2003), liegt die Fahrzeit bei 7,2 Minuten, die Beförderungskapazität bei 730 Personen pro Stunde. Ödön von Horváth (österreichischer/ungarischer Schriftsteller) beschrieb den Bau dieser Bahn eindrucksvoll in einem Theaterstück.

Die Pflanzenwelt der Zugspitze ist aufgrund der Bodenverhältnisse nicht beson-ders vielgestaltig und doch zeigt sich die Flora an verschiedenen Orten besonders farbenfroh. Die Wanderungen im Talbereich bis hin zu den Almhütten erfreuen das Herz eines jeden Naturliebhabers. Die Lichtungen eröffnen immer wieder den Blick auf die Umwelt der Berge. Das Abwechseln von Sonne und Schatten, von hell und dunkel und die Wegekreuze lassen jeden Wanderer innehalten. Dann kann man auch verschiedene Tierarten entdecken, ruhig und wachsam, nah und fern erklingt das Glockengeläut der weidenden Kühen und Ziegen.

Hier scheint es, als ob die Zeit für einen kurzen Moment stehen geblieben ist. So wirken Mensch und Natur auf uns, losgelöst von Grenzen, zum Greifen nahe und doch verschwinden sie in die Weiten der Bergwelt. Diese Orte muss man entdecken und finden, man muss sie einfangen und wirken lassen, denn viel zu schnell holt uns die moderne Technik wieder ein. „Geh deinen Weg und schau ab und zu auf die Blumen und Tiere am Wegesrand!“

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