Donnerstag, 23.02.2012 01:27 Uhr

Wulff und FDP - Die Krisen verschärfen sich

Verfasser: Dirk Meerkamp Berlin, 27.01.2012, 17:33 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 309x gelesen

Berlin [ENA] Die Situation für die FDP wird immer dramatischer. Die Liberalen sind im aktuellen Politbarometer, das von ZDF erhoben wird, auf ein historisches Tief gefallen. In der politischen Stimmung liegt die Partei demnach nur noch bei einem Prozent. Seit gut anderthalb Jahren rangiert der Koalitionspartner von CDU und CSU nun schon unterhalb der Fünf-Prozent-Marke - so weit drunter war sie bisher aber noch nicht.

Union und SPD haben auch leicht verloren. Die Union liegt bei 39 Prozent (-2) und die Sozialdemokraten bei 31 (ebenfalls -2). Die Grünen gewinnen zwei Prozentpunkte hinzu und landen bei 16 Prozent. Den stärksten Sprung nach oben machen die Linken. Sie liegen nun bei 7 Prozent (+3). Die Piratenpartei legt einen Prozentpunkt zu und kommt auf 5 Prozent. Mit der Befragung werden allerdings nur Stimmungen zum Zeitpunkt der Messung erhoben. Direkte Rückschlüsse auf das Wahlverhalten lassen sich damit nicht machen. Die Forschungsgruppe Wahlen führt deshalb eine Projektion durch, in die langfristige, sozial-strukturelle Erkenntnisse einfließen.

Damit errechnen sie die Ergebnisse der aktuellen "Sonntagsfrage". Wären also am nächsten Sonntag Bundestagswahlen, würde die Union stärkste Kraft mit 36 Prozent (unverändert im Vergleich zum vergangenen Politbarometer). Die SPD käme auf 30 Prozent (-1), die Grünen landeten bei 16 Prozent (-1), die Linken bei 7 Prozent (+1). Die Piraten würden den Einzug ins Parlament mit 5 Prozent knapp schaffen. Für die Liberalen sieht es aber auch in dieser Projektion historisch schlecht aus. Sie kämen nur noch auf 3 Prozent - der schlechteste Wert, der in der Geschichte des Politbarometers je gemessen wurde.

Und dieser Trend setzt sich fort. Auch in der Bewertung der Spitzenpolitiker landen die FDP-Minister Guido Westerwelle (Außen) und Philipp Rösler (Wirtschaft) auf den letzten Plätzen. Auf einer Bewertungsskala von +5/-5 kommt Westerwelle auf -1,2 und Rösler auf -1,4. Wie die Parteianhänger der FDP ihr Minister bewerten, kann nicht mehr ausgewiesen werden - die Fallzahl ist zu gering.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dürfte beim Anblick dieser aktuellen Zahlen deshalb auch eine Träne der Trauer und des Glücks verdrücken. Denn ihre eigenen Werte bestätigen den positiven Trend der vergangenen Wochen. Sie belegt den Spitzenplatz bei der Frage nach den beliebtesten deutschen Politiker (+1,7). Ihr folgen der ehemalige SPD-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück auf Platz zwei (+1,5) und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier auf Rang drei (+1,4). Und auch ihre Partei liegt noch klar vor der SPD. Nur von einer Neuauflage des schwarz-gelben Bündnisses ist sie weit entfernt, weil ihr Koalitionspartner in einer ganz tiefen Krise steckt. Rot-Grün kommt derzeit aber auch nicht auf eine eigene Mehrheit.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Photos und Events Photos und Events Photos und Events
Info.