Mittwoch, 25.11.2020 18:19 Uhr

Konflikt Armenien und Aserbaidschan

Verantwortlicher Autor: Hermann Donnik Köln/Armenien, 10.11.2020, 00:23 Uhr
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Konfliktregion Armenien und Aserbaidschan
Konfliktregion Armenien und Aserbaidschan  Bild: Hermann Donnik

Köln/Armenien [ENA] Armenien, Aserbaidschan und Russland unterzeichnen Erklärung zur Einstellung von Kampfhandlungen. Der armenische Premierminister Nikol Paschinjan hat in der Nacht auf den Dienstag bekannt gegeben, dass er mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew und russischen Staatschef Wladimir Putin.

Eine Erklärung zur Einstellung von Kampfhandlungen in Bergkarabach unterzeichnet habe. Diese Entscheidung sei ihm äußert schwer gefallen. Auch Kremlsprecher Dmitri Peskow hat die Unterzeichnung des Dokuments inzwischen bestätigt. Putin werde in Kürze eine Erklärung dazu abgeben. „Liebe Mitbürger, Brüder und Schwestern, für mich persönlich und für uns alle habe eine äußerst schwierige Entscheidung getroffen. Zusammen mit den Präsidenten Russlands und Aserbaidschans habe ich eine Erklärung über die Beendigung des Krieges in Bergkarabach in der Nacht zum 10.11.2020 ab 01:00 Uhr in der Nacht unterzeichnet", schrieb Paschinjan auf seiner Facebook-Seite.

Die Entscheidung habe er aufgrund einer tiefgründigen Analyse der militärischen Lage sowie der Einschätzungen von bestinformierten Menschen getroffen, betonte der armenische Regierungsschef weiter. Unter den heutigen Umständen sei das wohl die bestmögliche Lösung. „Das ist kein Sieg, doch eine Niederlage ist nicht vorhanden, bis du dich selbst geschlagen gibst. Wir werden uns niemals geschlagen geben, und dies soll der Beginn von nationalem Zusammenschluss und von Wiederbelebung werden“, so Paschinjan weiter. Armenier hätten bis zum Schluss gekämpft und würden am Ende siegen. Der seit dem Zerfall der Sowjetunion schwelende Konflikt um Bergkarabach war am 27. September eskaliert.

Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen, es gibt Opfer unter Zivilisten. Die beiden Ex-Sowjetrepubliken machten sich gegenseitig für die Eskalation verantwortlich und ordneten die Mobilmachung an. Aserbaidschan hatte in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren die Kontrolle über das bergige Gebiet mit fast 145 000 Bewohnern verloren. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe. Aserbaidschan wird vom Nato-Land Türkei unterstützt, Armenien ist wiederum Mitglied des von Russland geführten Militärbündnisses OVKS. In den letzten Wochen vereinbarten Armenien und Aserbaidschan unter internationaler Vermittlung dreimal eine Waffenruhe, die jedoch nie eingehalten wurde.

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