Dienstag, 12.12.2017 22:47 Uhr

Wölfe werden deutschlandweit illegal erschossen

Verantwortlicher Autor: Horst Nauen Schluchsee (Schwarzwald), 09.08.2017, 12:22 Uhr
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Bereits 24 Wölfe deutschlandweit illegal getötet

Schluchsee (Schwarzwald) [ENA] Der im Juli 2017 am Schluchsee (Schwarzwald) tot aufgefundene Wolfsrüde wurde nachweislich erschossen. Dies ergab die Obduktion durch das Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin. Der Rüde war vermutlich erst der vierte Wolf in Baden-Württemberg seit seiner Ausrottung vor über 150 Jahren. Mit ihm sind deutschlandweit bereits 24 Wölfe seit dem Jahr 2000 illegal getötet worden.

,,Das sind keine Einzelfälle mehr. Offenbar gibt es Menschen, die gezielt Jagd auf Wölfe machen", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Er fordert die zuständigen Behörden und Minister auf, entschlossener gegen illegale Wolfstötungen vorzugehen und Täter entsprechend strafrechtlich zu verfolgen. Nicht zu unterschätzen sei auch die Dunkelziffer an nicht aufgefundenen Wolfskadavern sowie versuchten Abschüssen ohne Todesfolge. So wurden Wölfe obduziert die bei Verkehrsunfällen zu Tode kamen, die im gesamten Muskelgewebe mit Schrotkugeln übersät waren und den Beschuss überlebt hatten.

Wölfe sind europaweit geschützt

Als besonders verantwortungslos bezeichnete der NABU die Äußerungen von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, der in der Bild-Zeitung eine Abschussquote für Wölfe gefordert hatte. ,,Statt die Jagd auf Wölfe zu fordern, müsse Schmidt endlich die wissenschaftliche Realität anerkennen, dass seltene große Beutegreifer nicht bejagt werden müssen. Auch seine Behauptungen, dass Menschen in Wolfsregionen nicht mehr allein in den Wald gehen können, zeugen entweder von grober Unwissenheit oder gezielter Stimmungsmache gegen den Wolf", so der NABU-Bundesgeschäftsführer.

Miller kritisierte zudem das Schüren von Ängsten vor dem Wolf zu Wahlkampfzwecken. ,,Es ist völlig unangemessen vom Bundeslandwirtschaftsminister, den Landwirten zu suggerieren, der Abschuss eines Wolfes könne ihre Weidetiere dauerhaft schützen", so Miller, ,,Herr Schmidt hätte seine Zeit im Amt deutlich besser nutzen können als mit immer wiederkehrenden Plattitüden sein Unwissen zum Thema Wolf offenzulegen." Wölfe lebten seit nun 17 Jahren in Deutschland. Das Bundeslandwirtschaftsministerium habe es in dieser Zeit immer noch nicht geschafft, eine zentrales Kompetenzzentrum für den Herdenschutz auf Bundesebene aufzubauen.

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