Samstag, 17.04.2021 05:34 Uhr

Ran an die Impftermine in NRW, nur wie bekommt man einen?

Verantwortlicher Autor: Peter Schlusnus Herdecke, 04.04.2021, 20:00 Uhr
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Herdecke [ENA] Seit Samstag, 03.04.2021, 08:00 Uhr soll es für die ab 60 Jahre alten BürgerInnen in NRW Impftermine geben!? Nur, wie rankommen, an den begehrten Impfstoff, auch wenn er Asta Zeneca heißt? Per Telefon über die bekannten Rufnummern oder über das Internet. Alles ist möglich, sagen die Verantwortlichen. Wir haben es versucht, heute Morgen, um acht Uhr mit dem Telefon und über das Internet.

Die Nachrichten stellen fest, alles überlastet. Aber so einige haben da wohl mehr Glück gehabt. Eine Hörer auf WDR 2 hat wohl schon um 7:57 Uhr angerufen und, siehe da, einen Termin bekommen, obwohl doch erst ab 08:00 Uhr die Leitungen frei geschaltet werden sollten! Na, da war man halt zu spät, oder hat man etwa etwas verpasst? Nein, auch um 10:00 Uhr, alles dicht, obwohl, man kommt schon ein Stück weiter, wenn man über einige Fragen sich vorgearbeitet hat.

Wird der Anrufer doch am Anfang gefragt, ob er krank ist oder andere Fragen zu Corona hat. Nein, ich bin nicht krank und habe keine weiteren Fragen zu Corona, ich will doch nur einen“ Impftermin“, sonst nichts. Doch das dauert noch, denn noch kommen einige Fragen, bis man mitgeteilt bekommt, Leitungen alle überlastet und melden Sie sich doch später noch ein mal. Der Frust wächst so langsam und die Stimmung ist im Keller. Weitere Anrufe und Internetversuche scheitern jetzt wie alle zuvor auch. Also, warten und morgen noch mal ran.

Ich frage mich im Nachhinein, ob die Menschen, die diese Verbindungsmöglichkeiten erdacht haben, auch schon mal selber dort angerufen haben? Es müsste doch auffallen, wenn man einen Impftermin möchte, erst Fragen zur allgemeinen Gesundheit etc. beantworten zu muss, die, m.E., nichts mit der Terminplanung zu tun haben. Es muss doch nicht sein, sich erst durchzuklicken, um dann zu hören, alle Leitungen belegt. Das geht doch auch schon vorher, mit der Absage. Ich will doch nur einen Termin. Also, Frage, bitte geben sie ihr Alter an, hier erfolgt schon die erste Selektion. Dann die Frage, wollen sie mit Astra Zeneca geimpft werden?

Wenn ja, dann weiter zur Terminabfrage mit dem üblichen Procedere. So, dann wäre man durch. Aber das scheint nicht so einfach zu funktionieren, warum auch immer. Da werden über 180 Mio. Zugriffe auf die Meldesysteme in NRW gezählt, was zur Folge hat, dass die Systeme gnadenlos zusammenbrechen. Mio. BürgerInnen werden an die Telefone und den PC gelockt, um eventuell einen Termin zu bekommen. Das ist Glücksspiel auf höchstem Niveau. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in NRW teilt dazu auch selbst mit, “nicht alle BürgerInnen hatten bisher Glück“. Ja, ist denn Gesundheit in diesem Fall nur Glückssache? Oder müssen die Impfdosen aufgrund der widersprüchlichen Lage zur Verträglichkeit vor dem Verfall gerettet werden?

Ist es vielleicht so, dass die Impfdosen an Frau und Mann gebracht werden müssen, bevor diese keiner mehr will? Die eine oder andere Frage bleibt da schon offen. Auf jeden Fall haben da viele BürgerInnen in NRW den Tag am Telefon und vor dem PC erfolglos verbracht, in der Hoffnung auf eine Impfung. Aber, es soll ja weiter gehen, mit den Impfungen, verspricht die Politik.

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