Samstag, 30.05.2020 09:06 Uhr

Motorradfahren und Covid-19 - Wie passt das zusammen?

Verantwortlicher Autor: Heinz-Willy Keusgen (hwk) Nidda, 04.04.2020, 21:39 Uhr
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Moto Guzzi California 1100 ie genannt Thors Hammer
Moto Guzzi California 1100 ie genannt Thors Hammer  Bild: Heinz-Willy Keusgen (hwk)

Nidda [ENA] Endlich endlich, der Winter hat sich zurück gezogen. Die Sonne kommt hervor, sie wird kräftiger und die Thermometeranzeige bestätigt mein Gefühl. Das Quecksilber im Röhrchen kennt nur eine Richtung und die zeigt noch oben. Ich werde langsam aber sicher nervös.

Spätestens jetzt juckt jedem Biker die rechte Gashand und der Schalthebelfuß fängt an zu wippen. Wichtige Fragen schießen mir durch den Kopf. Paßt mir nach dem Winterspeck noch die Motorradhose? Wo hab ich verflixt noch mal den Zündschlüssel verlegt? Ist mein Moped geputzt, habe ich wirklich alle Betriebsstoffe im Winter gewechselt und klebt auch der aktuelle TÜV-Stempel am Kennzeichen? Die Reifen sind neu aufgezogen, der Tank ist voll und mittlerweile hab ich auch den Zündschlüssel wieder gefunden. Was sollte mich nun daran hindern, meine Maschine aus der Garage in die Sonne zu schieben, den Motor zu starten und die Zweirad-Saison zu eröffnen?- Covid-19.

Aus meinem Hinterstübchen krame ich mir noch einmal die Regeln, die unsere verehrte Bundeskanzlerin am Sonntag 22.03.2020 auf ihrer Pressekonferenz den Bürgern und Bürgerinnen vorgetragen hatte, hervor. Erstens, keine weiteren Corona-Viren-Partys mehr. Partys, ich bin Biker und kein Partygänger. Zweitens, keine Gruppenbildung von mehr als zwei Personen. Ich fahr Motorrad, sitz alleine auf dem Bock und halte schon seit ich Motorrad fahre, einen deutlich größeren Sicherheitsabstand zu anderen Verkehrsteilnehmer als die von der Kanzlerin genannten 1,5 – 2 Meter ein. Was ich nun zur allgemeinen Beruhigung, nach zwei Motorradtouren mit zurückgelegten 350 km, sagen kann ist folgendes.

Das Wetter ist super, das Verkehrsaufkommen gering, aber alle Biker-Lokalitäten und Treffpunkte in Rhön, Spessart und Vogelsberg sind geschlossen. Auf der Wasserkuppe keine Segler, kein Kaffee, keine Rhönbratwurst, keine Läden, kein Museum, keine Menschen. Das Restaurant mit Toilettenanlage am Schwarzen Moor ist geschlossen. Was bleibt ist die Gewissheit, als Biker steck ich so niemanden an, denn außer Fahren und Pinkeln notgedrungen in freier Natur bleibt mir in Corona-Zeiten ja auch nichts anderes übrig.

Packt euch beim Biken ein paar Riegel und was zu Trinken in die Seitentaschen, denn Unterwegs sieht es kulinarisch wirklich mau aus. Zieht zum Tanken an der Dieselsäule einen Einweg-Handschuh nicht nur zum Betanken eures Bikes an der Supersäule sondern auch zur Betätigung der Kassentür beim Ein-und Austreten. Schmeißt den Handschuh danach mit anhaftenden Viren einfach in die Tonne. Haltet die Ohren steif, es werden -früher oder später – wieder besserer Zeiten auch für uns Biker kommen.

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