Flutkatastrophe an der Unterelbe vor 50 Jahren
Hamburg [ENA] Küstenklatsch von Butendiek-Reporter Michael Kühl - Am Elbdeich rüttelte in der Nacht vom 16. auf den 17.Febrauar 1962 der „ Blanke Hans“ und bescherte der schleswig-holsteinischen Küste und Hamburg eine schwere Sturmflut mit 5,60 m über Normalnull.
Am Schlimmsten betroffen war Hamburg. Weite Teile der Hansestadt standen unter Wasser, 317 Menschen starben. Die schleswig-holsteinischen Elbdeiche brachen, an den Gebäuden auf den Halligen entstanden schwere Sachschäden. Die Städte Itzehoe, Elmshorn und Uetersen wurden überschwemmt, weil die Flussdeiche der Stör nicht hielten und an Krückau sowie Pinnau ausreichender Deichschutz fehlte.
. Am Abend wird die schwerste Sturmflut seit über 100 Jahren vorhergesagt und über den Rundfunk verbreitet. Doch noch immer wiegen sich die Menschen in Sicherheit. Kurz nach Mitternacht brechen die ersten Deiche in Hamburg. Innerhalb weniger Stunden wird ein Fünftel des Hamburger Stadtgebietes überschwemmt. Die niedriger liegenden Stadtteile wie Wilhelmsburg und Georgswerder sind besonders betroffen. 315 Menschen sterben, 6000 Häuser werden zerstört, 75.000 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen. Der Hamburger Polizeisenator und spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt leitet die Rettungsmaßnahmen und handelt dabei beherzt gegen geltendes Recht.
Er fordert nämlich die Hilfe der Bundeswehr an, obwohl ein Militäreinsatz bei inneren Angelegenheiten des Landes zu dieser Zeit verboten ist. Aufgrund der positiven Erfahrungen mit der Bundeswehr in Hamburg wird 1968 ein Gesetz erlassen, das den Einsatz der Streitkräfte in Katastrophensituationen erlaubt, und schon bei der nächsten schweren Sturmflut am 3. Januar 1976 war die Soldaten der Bundeswehr wieder unentbehrliche Helfer im Einsatz gegen den „ Blanken Hans“. Auch wenn seitdem umfangreiche Sicherungsmaßnahmen zu Schutz der Bevölkerung vor genommen worden, bleibt die Frage: Wie wird die nächste schwere Sturmflut ausgehen.




















































