Samstag, 25.11.2017 12:22 Uhr

Brennpunkt Wald

Verantwortlicher Autor: Friedrich S. Lenz Neustadt , 16.02.2017, 15:59 Uhr
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Waldblick im Morgendunst
Waldblick im Morgendunst  Bild: Lenz

Neustadt [ENA] Beim Wald scheiden sich die Geister und bei Joseph v. Eichendorff heißt es in seinem Liedtext „Wer hat dich, du schöner Wald, aufgebaut so hoch da droben?“ Das war vor 200 Jahren und heute, da prallen die unterschiedlichsten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessen vehement aufeinander.

Wie ausgeprägt die Interessenlage ist, zeigt die ARD-Sendung „Hart aber fair“ vom 23. Januar ds. Jahres sehr deutlich. Natürlich weis jeder, der Wald ist schön grün und er erstrahlt im Herbst in einer enormen Farbenpracht. Gleichzeitig ist er gut für das Weltklima und sorgt für den so enorm wichtigen Sauerstoff. Für eine Vielfalt von und Tier- und Pflanzenarten ist der Wald ein wichtiger Schutz- und Lebensraum. Der Forstwirtschaft ist allerdings der Wildbestand oft ein Dorn im Auge und es werden bereits Wölfe zur Regulierung eingesetzt.

Warum ist der Wald für uns so wertvoll und vielfältig? Die Fakten sind eindeutig, denn der Wald ist ein Multitalent. Die Wälder geben uns Nahrung, saubere Luft, Heilmittel, Baumaterial, Brennstoff, Erholung und vieles andere mehr. Außerdem kennen wir den Wald als Ruheforst und für sportliche Aktivitäten bis hin zu den Trekkingplätzen. Wir sehen auch die Vernichtung von Wäldern mit katastrophalen Folgen für den Menschen und das Weltklima.

Ein Beispiel aus dem Pfälzer Wald verdeutlicht dessen Bedeutung bei der Speicherung von Kohlenstoff. Nach Angaben der Forstbehörden „speichert die oberirdische Biomasse ca. 75 Millionen Tonnen Kohlenstoff, das entspricht etwa 274 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Dabei liegt Rheinland-Pfalz mit einer Waldfläche von 840 000 Hektar hinter dem Freistaat Bayern mit 2,61 Millionen Hektar Wald.

Gut ein Drittel der Fläche Deutschlands sind Waldgebiete, somit rd. 11,4 Millionen Hektar. Andere Länder wie Schweden (24,425), Finnland (20,032), Frankreich (15,034) verfügen über größere Waldflächen als Deutschland, das knapp vor Spanien mit 10,662 Millionen Hektar liegt. Zu berücksichtigen ist, dass es sich bei den Waldbeständen um sog. Zweitwälder und nicht um ökologisch hochwertige Primärwälder (Urwälder) handelt.

Zwar gibt es urwaldähnliche Gebiete in Deutschland, es sind aber nur wenige mit einer minimalen Größe. Wir finden sie im Nationalpark Bayerischer Wald, Hunsrück-Hochwald, Naturwaldreservat „Trabener Urwald“, im Harz, Thüringer Wald, Nationalpark Kellerwald-Edersee wo Rotbuchen 260 Jahre alt sind. In Österreich existiert bei einer gesamten Waldfläche von rd. 4 Millionen Hektar ein fast 500 Hektar großes Urwaldgebiet im Dürrenstein, das im Kernbereich noch nie eine Axt oder gar einen Holz-Vollernter gesehen hat.

International hat sich Deutschland verpflichtet, zumindest 5% des Waldes völlig in Ruhe zu lassen, damit sich vor allem im Staatswald wertvoller Urwald entwickeln kann. Dass dies ein sehr langer Prozess auf einem steinigen Weg ist, zeigt die aktuelle Diskussion in vielfältiger Hinsicht auch beim umstrittenen Thema „Windräder im Lebensraum Wald“ d.h. im Bereich der sog. Zweitwälder.

Nur in Primärwäldern können beispielsweise Buchen ein Alter zwischen 300 bis 400 Jahren erreichen; bei Fichten und Tannen sind sogar bis zu 600 Jahren denkbar und sie können sich dann bis zu einer beachtlichen Höhe von 50 bis 60 Meter entwickeln. Der erst Schritt ist getan, doch weitere müssen dringend folgen. Nur dann können der Erhalt und die nachhaltige Entwicklung der Wälder und der Lebensräume für unsere Kinder und Enkel Realität werden.

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