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Bienen, Blumen und Schafe statt Motormäher

Verantwortlicher Autor: Landesbetrieb Straßenbau NRW Burscheid , 18.05.2020, 17:53 Uhr
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Burscheid [ENA] Straßen.NRW: Bienen, Blumen und Schafe statt Motormäher – eine Straßenmeisterei setzt auf Artenvielfalt und Klimaschutz. Es ist die Luxusvariante unter den Insektenhotels und es hat seine Zimmer trotz der Krise geöffnet: „Die ersten Wildbienen sind eingezogen“, sagt Straßen.NRW-Betriebsdienstleiter Sascha Mertens mit stolzem Blick auf das imposante hölzerne Bauwerk vor der Straßenmeisterei in Burscheid.

Der mit Stroh, Röhricht und angebohrtem Holz und Ytongsteinen ausgestattete Paletten-Turm ist das erste von mehreren Projekten, mit dem die Meisterei die Artenvielfalt fördern und Klimaschutz betreiben will. - „Natur liegt uns am Herzen“ - Sascha Mertens ist seit 2011 Betriebsdienstleiter und mit seinem Team der Straßenmeisterei Burscheid im Bergischen Land in Sachen Verkehrssicherheit unterwegs. Eine Arbeit, die in der Gehölzpflegesaison von Oktober bis Ende Februar den Straßen.NRW-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oft auch Kritik einbringt. Denn dort, wo Bäume dem Verkehr gefährlich werden können, werden die Stämme auf den Stock gesetzt, damit sie später buschig wieder austreiben. „Ich wollte den Bürgern zeigen,

dass auch uns die Natur am Herzen liegt“, erinnert sich Mertens an die erste Idee zum insektenfreundlichen Umbau des Meistereigeländes. Beinahe zeitgleich startete der Landesbetrieb in Marl ein Pilotprojekt zur insektenfreundlichen Meisterei, bei dem die oft großen Grünflächen der Betriebshöfe so umgestaltet werden sollen, dass blühende Obstbäume, Stauden und naturnahe Wiesen Futter für Bienen und Co. liefern. - Mit Minibagger und Schaufel Teich angelegt Vier Kollegen in Burscheid ließen sich von der Idee ihres Chefs begeistern und bauten das Grand-Hotel für Wildbienen, Wespen, Schmetterlinge oder Käfer, das auf einer Fläche von fast fünf Quadratmetern die unterschiedlichsten Brutmöglichkeiten bietet.

Michael Rohs, Herbert Riesener, Lutz Sprenga und Kyril Monev reichte das aber noch nicht. Insekten brauchen auch Wasser und Platz für einen Teich gibt es auf der Meisterei genug. Minibagger und Schaufel, die sonst für den Bau von Entwässerungsgräben oder Schutzeinrichtungen an Straßen genutzt werden, kamen also neben dem Insektenhotel zum Einsatz. Zwölf mal sechs Meter misst der Teich, in der Mitte können künftige Bewohner wie Molche und Frösche bis zu 1,80 Meter tief tauchen. „Das garantiert, dass sie auch einen bergischen Winter überleben“, sagt Sascha Mertens.

Das Insektenparadies, das durch die Anlage von Blühstreifen entlang des Zauns komplettiert wird, hat seit kurzem auch noch „professionelle“ Bewohner: Über den Kontakt zum lokalen Imkerverein konnte neben dem Insektenhotel noch ein Bienenstock aufgestellt werden. Und auch für größere Tiere haben die Burscheider Straßenwärter Platz. Ein halbes Dutzend Schafe übernimmt künftig die Mäharbeiten rund um die Meisterei-Gebäude. „Mit dem Einsatz der Tiere haben wir an unseren Regenrückhaltebecken in den vergangenen zwei Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht“, freut sich Mertens, auch dort mit weniger Maschineneinsatz auszukommen und stattdessen die Natur wirken zu lassen.

Beim Pilotprojekt „Insektenfreundliche Meisterei“, das Straßen.NRW im Mai 2019 in Marl gestartet hat, haben die Beteiligten in diesem Frühjahr eine erste Bilanz ziehen können. „Die Blumenwiese, die den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt ist, hat unter der extremen Trockenheit gelitten“, sagt Meisterei-Mitarbeiter Martin Saglimbeni, der das Projekt angestoßen hat. Die gepflanzten Obstbäume und Büsche haben dagegen in diesem Frühjahr reichlich geblüht und so den Insekten Nahrung geboten.

- Hintergrund - · Straßen.NRW betreibt 80 Autobahn- und Straßenmeistereien. In der Regel verfügen die Meistereien über eine Fläche zwischen 10.000 und 30.000 Quadratmetern, 20 bis 25 Prozent davon sind Grünflächen. · Nicht nur bei den Liegenschaften steht das Thema Insekten auf der Tagesordnung. Auch bei Straßen-Neubaumaßnahmen und auf Ausgleichsflächen wird insektenfreundlich gepflanzt. So kommt spezielles Regiosaatgut zum Einsatz, das einen höheren Anteil an heimischen Kräutern und Blumen hat. · Hauptnahrungslieferant für Insekten rechts und links des Straßenraums sind allerdings Sträucher. Gepflanzt werden an Straßen und auf Ausgleichsmaßnahmen ausnahmslos gebietseigenen Gehölze.

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