Samstag, 26.11.2022 20:27 Uhr

Die Flutung der Emscher-Mündungsaue in Dislanken

Verantwortlicher Autor: Filmteam goldecken.tv R. Majchrzak Dinslaken, 16.11.2022, 09:58 Uhr
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Flutung der Emscher-Mündungsaue. Ein echter Meilenstein
Flutung der Emscher-Mündungsaue. Ein echter Meilenstein  Bild: Rupert Oberhäuser/EGLV

Dinslaken [ENA] Emscher-Region. Ein ereignisreiches Jahr an der Emscher neigt sich seinem Ende zu: Die erreichte Abwasserfreiheit im zentralen Fluss der Region sowie die offiziellen Feierlichkeiten zum Abschluss des Generationenprojektes Emscher-Umbau im Beisein von Bundeskanzler Olaf Scholz im September

standen am heutigen Freitag (11.11.) auch im Vordergrund des Jahresrückblicks im Rahmen der Hauptversammlung der Emschergenossenschaft in Castrop-Rauxel. Herausfordernder fällt dagegen der Ausblick auf die Zukunft aus, denn die aktuelle Energiekrise tangiert auch die Wasserwirtschaft. Dennoch gibt es eine gute Nachricht: Die Beitragssteigerungen bleiben im kommenden Jahr stabil! Für Dr. Emanuel Grün, Technischer Vorstand des Wasserwirtschaftsverbandes, war es derweil die letzte Genossenschaftsversammlung – er geht Ende des Monats in den Ruhestand.

„Die Wasserwirtschaft ist eine sehr energieintensive Branche. Auf Basis langfristiger und nachhaltiger Planungen haben wir unseren Energiebedarf bereits frühzeitig gesichert, sodass wir im Interesse unserer Mitglieder unsere Beitragssteigerungen im kommenden Jahr stabil halten können“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft. Mit Blick auf die nur schwer zu prognostizierende Energiepreisentwicklung über das Jahr 2023 hinaus sei die vollständige Energieautarkie, so Paetzel, eine der größten zu bewältigenden Herausforderungen. „Die Wasserwirtschaft als wichtiger Akteur der Kritischen Infrastruktur und der öffentlichen Daseinsvorsorge muss noch in diesem Jahrzehnt energieautark werden.“

Die Eigenenergieerzeugung spielt bei der Emschergenossenschaft bereits seit mehr als zehn Jahren eine große und immer wichtiger werdende Rolle. Mehr als 70 Prozent der auf den großen Kläranlagen benötigten Energie werden mittlerweile bereits vor Ort im Zuge der Klärschlammverwertung sowie weiterer erneuerbarer Energieträger wie u.a. Sonnenkraft und Windenergie gewonnen. Das Klärwerk der Emschergenossenschaft in Bottrop ist zudem Deutschlands erste völlig energieautarke Großkläranlage – sie verfügt u.a. über eine eigene Windenergieanlage, eine Dampfturbine und Blockheizkraftwerke.

„Mit der Steigerung der Energieeffizienz und dem Ausbau der Eigenenergieerzeugung kommen wir unserem genossenschaftlichen Prinzip nach, zum Wohle unserer Mitglieder zu agieren. Für die Emschergenossenschaft, die 1899 aus einer Abwasserkrise heraus gegründet wurde, liegt das in ihrer DNA“, sagt Dr. Frank Dudda, Vorsitzender des Genossenschaftsrates der Emschergenossenschaft und Oberbürgermeister der Stadt Herne.

Zahlreiche Herausforderungen Eine Herausforderung stellt nicht nur die Energiekrise dar, sondern nach wir vor auch der Klimawandel. Die Anpassung an die Folgen der immer schneller fortschreitenden Klimaveränderung haben für die Wasserwirtschaft oberste Priorität – für die Emschergenossenschaft ist der Hochwasserschutz sogar eine ihrer gesetzlichen Kernaufgaben. Das vermutlich größte Hochwasserschutzprojekt ist bereits seit vielen Jahren im Gange: die naturnahe Umgestaltung der Emscher. Nachdem die Abwasserfreiheit der Emscher Ende 2021 vollständig erreicht wurde, steht aktuell die ökologische Revitalisierung des Flusses im Vordergrund. Damit einher geht eine stetige Verbesserung des Hochwasserschutzes.

So begann die Emschergenossenschaft im August dieses Jahres mit dem Ausbau der neuen Emscher-Auen im Holtener Bruch in Oberhausen. Dort entsteht in den kommenden zwei Jahren ein 1,6 Millionen Kubikmeter großer Retentionsraum mit Platz für den Inhalt von zehn Millionen (!) Badewannen. Erst in dieser Woche wurde zudem im Beisein von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst an der Mündung der Emscher in den Rhein bei Dinslaken die neue Mündungsaue mit 1,3 Millionen Kubikmetern Fassungsvolumen eingeweiht. Und im Dezember dieses Jahres wird der Ausbau des Hochwasserrückhaltebeckens Emscher-Auen in Dortmund-Mengede und Castrop-Rauxel-Ickern beginnen: Es wird mit 1,1 Millionen Kubikmetern den Inhalt von sieben Millionen Badewannen speichern können.

Dr. Emanuel Grün: Ruhestand nach 17 Jahren als Technik-Vorstand Verantwortlich für die Planung dieser für die Region und ihren Hochwasserschutz immens wichtigen Baumaßnahmen zeichnete Dr. Emanuel Grün, Technischer Vorstand der Emschergenossenschaft. Er geht Ende des Monats nach fast 17 Jahren im Amt in den Ruhestand. Auf die Frage, was ihm von der Zeit bei der Emschergenossenschaft in Erinnerung bleiben wird, antwortete Dr. Grün jüngst: „Das Großartigste war während des gesamten Emscher-Umbaus sicherlich die Innovationsfähigkeit unseres Hauses. Unsere Ingenieurinnen und Ingenieure haben nicht einfach stur eine bestehende Planung umgesetzt,

sondern immer wieder auch nach Optimierungsmöglichkeiten gesucht und technische Innovationen mitberücksichtigt. Wir können mit Stolz sagen, dass wir immer den Mut hatten, bei den großen Projekten innezuhalten, sie zu überprüfen und uns zu fragen, ob es nicht bereits bessere technische Lösungen gibt. Dank der Entwicklung eines ferngesteuerten Schadenserkennungssystems konnten wir so z.B. die Anzahl der Schächte beim Abwasserkanal Emscher (AKE) deutlich reduzieren und einen dreistelligen Millionenbetrag an Investitionskosten einsparen. Durch die Umplanung und Verlegung des westlichsten AKE-Pumpwerks von Dinslaken nach Oberhausen haben wir eine dauerhafte Einsparung an Betriebs- und Energiekosten erzielen können.

Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt. Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz. www.eglv.de. Dies ist eine Presseinformation Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit Leiter Kommunikation und Marketing Herr Ilias Abawi Emschergenossenschaft / Lippeverband Kronprinzenstraße 24 45128 Essen

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