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Maler Adolf Christmann, ein Magier der Eupener Kulturszene

Verantwortlicher Autor: Edgar Hungs EUPEN (Belgien), 17.07.2017, 15:00 Uhr
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EUPEN (Belgien) [ENA] „Er hat es verstanden, magische Momente in die Eupener Wohnzimmer zu zaubern“. Der Redakteur des Belgischen Rundfunks Rudolf Kremer hob in seiner Laudatio die starke Hinwendung des neuen Trägers der August-Tonnar-Medaille Adolf Christmann zu seiner Vaterstadt hervor. Am Freitag wurde der Kulturpreis an den Maler und Künstler Christmann im Eupener Rathaus verliehen.

Zahlreiche internationale und nationale Ehrungen und Auszeichnungen hat der heute 90-jährige Christmann schon erhalten und erfahren dürfen. Doch die Verleihung der August-Tonnar-Medaille hat für den Sohn eines Bäckermeisters einen ganz besonderen Stellenwert. In seiner Heimatstadt, gleichzeitig auch der Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens, erhält er nun die Ehrung für seine kulturellen Verdienste für die Stadt Eupen und seines jahrzehntelangen Wirkens als Maler und freischaffender Künstler. Der Eupener Kulturpreis zeigt die hohe Qualität seiner Werke, die sowohl weltweit wie auch in der Region unumstritten ist. Adolf Christmann ist der 10. Träger der August-Tonnar-Medaille. 2005 erhielt Christmann die Goldene Feder der Exprinzen.

Farbenzauber in der elterlichen Backstube verfallen. Adolf Christmann wurde am 6.7.1927 als ältestes der vier Christmannkinder geboren. Er ist ein Schüler des Collège-Patronné und erhielt bis zum Ende des 2. Weltkrieges privat Malunterricht. Schon als kleiner Junge wurde er magisch von der Malerei angezogen. Erste Versuche entstanden in der Backstube seines Vaters. Er kopierte Abbildungen und Fotos von Backwaren. Doch eine Mehlallergie stoppte das Bestreben seines Vaters, Christmann in die Bäckerlehre zu schicken. Dank der Unterstützung seiner Mutter konnte er seinen Wunsch erfüllen und mit den Kunststudien beginnen. Diese führten ihn nach Lüttich, Antwerpen und Paris. 1954 beschließt Christmann, als selbstständiger Künstler zu arbeiten.

Talent lässt die Sonne scheinen. Für Bürgermeister Karl-Heinz Klinkenberg (PFF) ist Christmann ein Vorzeigekünstler. Er schafft es „(…) einen gelben Fleck in die Sonne zu verwandeln. (Picasso)“. Christmann gilt als Botschafter der Stadt Eupen-Kettenis und wirkt identitätsstiftend für die Eupener Kultur, so Klinkenberg weiter. Seine Gemälde zieren Räumlichkeiten der belgischen Königsfamilie und hängen in so manchem Eupener Wohnzimmer. Die Stadt Eupen kaufte seiner Zeit eines der ersten Bilder des Künstlers: das Klösterchen.

Christmann ist im Kollektivgedächtnis der Eupener verankert. Zu Beginn seiner Schaffenszeit waren die Gemälde Christmanns nicht für jedermann erschwinglich. Doch irgendwie hat er es geschafft, dass er in vielen Eupener Familien den Weg ins Wohnzimmer schaffte. Mit seinem eigenen Stil und die farbenreiche Gestaltung seiner Gemälde konnte er begeistern. Auch mit den dargestellten Motiven konnte die hiesige Bevölkerung sich identifizieren, zeigten diese immer eine Eupener Besonderheit aus Architektur, Kultur oder Leben.

Es war schon magisch, wie er eine Anziehungskraft ausstrahlte, so Kremer weiter in seiner Laudatio. Für viele Eupener Bürger war der Erwerb seiner Gemälde wahrlich ein magischer Moment, immer dann, wenn es seinen Platz an der Zimmerwand gefunden hatte. Kremer weiter: „Auf jeder seiner Ausstellungen suchte er den Kontakt zu den Besuchern, die oft in einem Portrait endeten. Heute ist Christmann selber ein Ausstellungsbesucher.“

Der Maler bedankte sich bei seinem Publikum. Er sei von den Eupener angenommen worden. Doch war er auch froh gewesen, dass zahlreiche Förderer aus seiner Stadt ihn unterstützt haben. Die Feierstunde im Rathaussaal wurde durch musikalische Beiträge des Holzbläserquartetts Musica Mina verschönert. Bleibt nur noch die Frage offen, wann die erste Frau den begehrten Kulturpreis der Stadt Eupen-Kettenis erhält. Alle bisherigen 10 Ausgezeichneten sind Männer.

Der Kulturpreis der Stadt Eupen ist nach dem Heimatdichter August Tonnar benannt. Er wird Personen verliehen, die aus ihrem eigenen Antrieb heraus Werke schaffen, die das Wesen und die Art der Eupener Bevölkerung darstellen. Sie sollen zu einem besseren Selbstverständnis beitragen. Die persönliche Kreativität des Kulturschaffenden steht im Mittelpunkt der Juryentscheidung. Die August-Tonnar-Medaille wird in unregelmäßigen Abständen verliehen. Die bisherigen Träger sind: Willy Berens (1982) – Pastor Viktor Gielen (1983) – Karl Willems (1986) – Gottfried Loup (1994) – Leo Hermanns (1994) – Kaplan Robert Ernst (1997) – Leo Kever (2006) – Bruno Kalbusch (2008) – Hans Wertz (2009).

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