Freitag, 22.09.2017 17:13 Uhr

La ciudad de las mentiras, von E. Mendoza TeatroRealMadrid

Verantwortlicher Autor: Leonard Wuest Madrid, 05.03.2017, 16:35 Uhr
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La ciudad de las mentiras, Teatro Real Madrid
La ciudad de las mentiras, Teatro Real Madrid  Bild: Javier del Real Teatro Real Madrid

Madrid [ENA] Besetzung: Musical theatre in fifteen scenes Music by Elena Mendoza (1973) Libretto and musical collaboration by Matthias Rebstock, after the short stories Un sueño realizado, El álbum, La novia robada and El infierno tan temido by Juan Carlos Onetti Principal Orchestra of the Teatro Real

Zum 200sten Geburtstag des Teatro Real wurde u.a. das Musical in 15 Szenen „La ciudad de las mentiras“ der jungen spanischen Komponistin Elena Mendoza (*1973) uraufgeführt. Das Libretto stammt von Matthias Rebstock und erzählt die Geschichte von vier Frauen (zwei Sängerinnen, einer Akkordeonistin und einer Violinistin). Die Oper der spanischen Musikerin, basierend auf vier Geschichten von Juan Carlos Onetti (Un sueño realizado, El álbum, La novia robada y El infierno tan temido), erzählt die Geschichte von einer Miniatur-Stadt, in der vier Frauen, die ein Paralleluniversum, durch Träume und Geschichten erschaffen um selbst aus der Realität zu entfliehen und die Lügen (las mentiras) stehen als Grundlage der sozialen Beziehungen.

Das Teatro Real ist ein wahrhaft königliches Haus an der Plaza de Isabel II, im Zentrum der spanischen Hauptstadt, ganz im Stil des klassischen Theaters.Auch das Interieur, viel Bordeaux, Gold und Stuck. Umso überraschender dann das relativ schlicht gehaltene Bühnenbild in grau, schwarz - weiss, darstellend drei Ebenen eines Hauses: das Parterre, das Hochparterre und die erste Etage, die dann auch abwechselnd, manchmal auch miteinander bespielt wurden. Ebenso ungewöhnlich, dass die meisten, oder zumindest die dominierenden Instrumente, von den Darstellern auf der Bühne gespielt wurden und nicht im Orchestergraben, wo das Hausorchester ((Orquesta Sinfónica de Madrid) platziert war.

Anna Spina (Moncha), viola Graham Valentine (Díaz Grey), actor
Anna Spina (Moncha), viola Tobias Dutschke (Tito Camarero), percussion (2)
Anna Spina (Moncha), viola Tobias Dutschke (Tito Camarero), percussion

Die Musik war denn auch sehr aussergewöhnlich, fast atonal chaotisch schräg, passte aber perfekt zur surreal anmutenden Handlung des Librettos. Instrumental phänomenal die Protagonisten. Absoluter Höhepunkt ein Perkussionssolo des Barman, wozu dieser ausschliesslich die Utensilien einer gutbestückten Bar gebrauchte, also Shaker, Eiskübel, Barlöffel, Zuckerdose usw. Etwas später ahmten ihn die Barbesucher mit ihren Spielutensilien (Pokerkarten, Dominosteinen, Würfelbechern usw.).grandios nach.

Anna Spina (Moncha), viola
Gesamtüberblick
Graham Valentine (Díaz Grey), actor Tobias Dutschke (Tito Camarero), percussion Matthias Jann (trombone)

Deren Rhythmus übernahmen darauf die diversen Blasinstrumente, ergänzten ihn mit queren Harmonien, krönten das Ganze mit brillanten Soli. Ungewöhnlich für ein Musical: sängerisch passierte nicht viel, getanzt wurde gar nicht. Die Performance erinnerte an ein musikalisches Kammerspiel, inspirierend beeinflusst von Luis Buñuel (1900 – 1983) und Salvador Dali (1904 – 1989), den beiden grossen kompatriotischen Phantasten und Visionären der Komponistin. Die wenigen Gesangsstücke aber waren aber von hervorragender Qualität, dargeboten von Sängerinnen, die den Ansprüchen dieses traditionellen Hauses jederzeit gerecht wurden.

Katia Guedes (Gracia), soprano
Laia Falcón (Woman of El sueño realizado), soprano
Michael Pflumm (Jorge), Matthias Jann (trombone) Martín Posegga (saxophone) Miguel Pérez Iñesta (clarinet)

Das Publikum zeigte sich sehr offen für diese neuartigen Töne und feierte das Ensemble mit dem entsprechenden langanhaltenden Applaus. www.fotogalerien.wordpress.com/2017/02/13/la-ciudad-de-las-mentiras-teatro-real-madrid-23-februar-2017-besucht-von-leonard-wuest/ http://www.teatro-real.com/en www.leonardwuest.ch Für aktuelle regionale Nachrichten und Kultur aus der Innerschweiz besuchen Sie die www.innerschweizonline.ch Aktuelles regionales und Kultur aus dem Ruhrgebiet finden Sie auf www.bochumer-zeitung.net

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