Montag, 06.04.2020 10:41 Uhr

Jetzt verstehe ich, warum "Dark Fate" ein Flop ist - oder?

Verantwortlicher Autor: Steve Schutzbier Berlin, 23.03.2020, 10:15 Uhr
Kommentar: +++ Kunst, Kultur und Musik +++ Bericht 2296x gelesen

Berlin [ENA] Ich muss gestehen, dass ich bereits Genisys als einen würdigen echten Nachfolger gefunden habe. Die Story war spannend aufgebaut, Arnold, wenn auch zur Hälfte aus der IT-Retorte, hatte wieder glanzvolle Auftritte mit sogar noch gesteigerten Humor, den man von Terminator II noch kannte. Und nun? Dark Fate? Mit noch mehr bekannten Gesichtern? Geil! Was kann da noch schief gehen? Nun, wie wir wissen, eine ganze Menge...

Bevor ihr Euch Dark Fate anschaut, verabschiedet Euch von allem, was ihr bisher gesehen habt. Zur Vorbereitung gibt es nur Terminator aus dem Jahr 1984 zu sehen. Wow, ist das lange her. Und? Der Streifen ist, auch wenn Arni als T-800 auf der bösen Seite steht, immer noch ein Klassiker. Und wenn ihr den durch habt und die Story wieder im Kopf habt, geht es es an Terminator 2. Arni, der T-800, nun aus der Zukunft geschickt, um John Connor zu verteidigen, statt ihn zu erledigen. Mit einem spannenden und weiterentwickelten T-1000... unvergessen die Szene, wenn er sich flüssig durch die Gitterstäbe bewegt und einen Moment braucht, um die Pistole "nachzuholen". Legendär! Mehr muss man zur Vorbereitung nicht gesehen haben!

Auch wenn alle Elemente dazwischen irgendwie doch wieder auftauchen, sie spielen für Dark Fate keine Rolle! Weder ein weibliches Universalgenie als Terminator, die mit einer Fingerverlängerung alle Geräte, die mindestens ein Kabel und eine Batterie haben programmieren kann und dabei manchmal wie ein Modem klingt - also, Teil drei, Rebellion der Maschinen - keine Relevanz! Aber in Anlehnung an "Die Erlösung" erleben wir halb Mensch, halb Maschine - mit dem Unterschied, dass die Modifikationen der Person in Dark Fate bekannt sind und auf Wunsch nach einem traumatischen Erlebnis bewusst umgesetzt wurden.

Allerdings, und das unterscheidet sich von "Der Erlösung", hat die in Dark Fate verwendete Technik biologische Macken - was die Sache lästig und spannend machen soll. Also, wieder ein "Mini-Terminator" auf der Seite des Guten, der auch nicht von Skynet gebaut wurde. Ach ja, apropos Skynet: Das gibt es nicht mehr! Sarah Connor und Sohn haben, auch wenn der Tod des Sohnes ziemlich am Anfang auch das spätere Auftauchen von Arnold als weiterhin bewährtes Modell T-800 erklären soll, tatsächlich mit Terminator 1 und 2 geschafft, die Zukunft dahingehend zu verändern, dass Skynet erfolgreich vernichtet werden konnte.

Das erschließt sich aber erst im Lauf der Geschichte, wenn die nun weibliche Figur, die in der fernen Zukunft die Menschen gegen die Maschinen erfolgreich führen wird, langsam Einblicke in ihre Zukunft bekommt. Und, auch wenn man es 2020 nicht mehr erwähnen sollen müsste: Terminator ist endlich auch hier weiblicher geworden! Sarah Connor, und das habt ihr ja alle mitbekommen, ist zurück - und cool und in Terminator-Killer-Laune wie eh und ja. Also, kein Wunder, dass es zwischen ihr und dem weiblichen "Hybriden" Stress gibt und immer wieder deftige Sprüche!

Und sonst? Da war ja noch Genisys... daraus ist an sich nichts übernommen worden... wobei... nein! Die "Grundtechnik" des neuen T-3000 bzw. des kurz zu sehenden "Skynet in Person"-T-5000 ist das Einzige, was mit einigen Modifikationen in Dark Fate Einzug gehalten hat: "Molekulare Strukturen" die quasi magnetisch gehalten werden, somit unverwundbar sind und alle möglichen Formen annehmen können. Sonst vergesst alles, was ihr in Genisys, der meiner Meinung nach weiterhin ein würdiger Nachfolger von Terminator 2 gewesen ist, gesehen habt. Auch das ist nie passiert. Und ja, damit meine ich auch das "Upgrade" für Arni... nichts mit Flüssigmetall... er ist und bleibt ein alternder T-800! Also: Teil 1 und 2 ansehen - alles andere vergessen!

Und JETZT kann der Spaß mit Dark Fate endlich beginnen! Es dauert ein wenig, bis man den neuen Terminator begriffen hat. Der Rev-9 ist wirklich ein Erbstück aus Genisys, aber in neuer Version. Er ist an sich unzerstörbar und kommt als "zwei-ins-einem"-Modell. Er kann, wie schon in Terminator 2, Personen kopieren, in dem er sie bei Berührung töten. Und er kann sein Inneres als Zweit-Terminator heraustrennen, der zwar nur stupide, aber nicht minder tödliche Aktionen ausführen kann. Nun starten wir in Mexiko, mit Daniella Ramos. Sie ist der neue John, der, wie wir erfahren, doch von einem Terminator gekillt wurde. Allerdings schon zu einem Zeitpunkt, an dem Skynet besiegt war. Zeitreisen können auch schief gehen.

Über eine Verwirbelung von Ereignissen treffen Grace, die selbstbestimmt zum Mini-Terminator-für-Gute umgebaute Beschützerin von Daniella sowie der neue Terminator zusammen auf: Sarah Connor. Und in diesem Zuge fallen ein paar Stories von damals und morgen und wir erfahren, dass Skynet weg ist und Legion nun angesagt ist. Arni als T-800 kommt ein wenig komplexer ins Spiel: er versorgt, anonym, Sarah mit Koordinaten von Terminatoren, die immer noch von Skynet geschickt werden, obwohl es Skynet ja gar nicht mehr gibt... Allerdings ist die Wiedersehensfreude schnell vorbei, erfahren wir doch, dass er es war, der John Connor tatsächlich, wenn auch im Dark Fate Zeitstrahl, völlig umsonst getötet hat.

Und nun geht die Story um das Team der Verteidigung der Menschheit gehen einen Rev-9, der mit allerhand Tricks und "Verteidigungsmethoden"  aufwarten kann, Action-reich weiter - bis es Terminator gegen Terminator bedeutet. Und ja, das Ende ist, auch wer Genisys gesehen hat, zwischen all den Stromturbinen sehr vorhersehbar. Dass allerdings Arni, wie eben auch in Genisys, wieder den Märtyrer gibt, kam dann doch etwas überraschend. Schließlich hatte James Cameron in Summe noch zwei weitere Filme und damit den Abschluss, den wirklichen Abschluss der Terminator-Reihe angekündigt.

Mal sehen, ob nach dem finanziellen Fiasko und klarer Aussagen von Linda Hamilton, jetzt wirklich nie wieder in einem weiteren Terminator mitspielen zu wollen, noch was kommt... dabei gäbe es noch so viel zu erzählen. Eine Bewertung fällt mir nun echt schwer: Auf der einen Seite ein wirklich würdiger Nachfolger, wobei ich Genisys trotz allem in die Liste der sehenswerten und guten T-Filme einordne. Auch sind die special effects klasse, die Umsetzung des neuen Rev-9 spitze gemacht und wirklich perfekt umgesetzt... erst recht die Trennungen in zwei separate und doch zusammengehörige Maschinen!

Mal sehen, ob nach dem finanziellen Fiasko und klarer Aussagen von Linda Hamilton, jetzt wirklich nie wieder in einem weiteren Terminator mitspielen zu wollen, noch was kommt... dabei gäbe es noch so viel zu erzählen. Eine Bewertung fällt mir nun echt schwer: Auf der einen Seite ein wirklich würdiger Nachfolger, wobei ich Genisys trotz allem in die Liste der sehenswerten und guten T-Filme einordne. Auch sind die special effects klasse, die Umsetzung des neuen Rev-9 spitze gemacht und wirklich perfekt umgesetzt... erst recht die Trennungen in zwei separate und doch zusammengehörige Maschinen!

Aber das Ende... schon wieder ein an sich unzerstörbarer Terminator, der von einem anderen durch seine Brennzelle zerstört wird? Schon wieder eine Rettung in allerletzter auswegloser Sekunde? Und schon wieder eine Selbsttermination, von der wir in T2 gelernt haben, dass sie nicht möglich ist? Und zum guten Schluss ist alles, was aus der Zukunft kam und uns knapp zwei Stunden unterhalten hat... terminiert. Das Ende  machte auf mich einen unfassbar ideenlosen Eindruck, auch die Parallele zu Genisys ist unverkennbar. Spannend dürfte es sein, sollten die zwei noch angekündigten Filme kommen, wie man Arnold wieder reinschreibt. Wobei, das ist wohl wieder ein übersehener Zeitstrahl aus einer Zukunft, die es nicht mehr gibt.

Sehenswert ist der Film allemal, auch wenn das Ende eine schnell-schnell-Enttäuschung ist. Da hat man die Allmächtigkeit des Rev-9 durchgehend ignoriert, nur um dann einen schnellen Abgang nebst dem T-800 beizuwohnen. Wie gesagt - ich kann mittlerweile verstehen, dass der Film ein Flop wurde. Die Story ist gut, die Effekte auch, die beiden Maschinen neben Arni, dem man bewusst wieder ein wenig (mehr) Humor ins Drehbuch gepackt hat, halten im Kampf Gut gegen Böse den Spannungsbogen oben, nur das Ende ist eine lustlose langweilige und schnell hingerotzte Effekthascherei ohne nennenswerte Überraschung. Zwei Filme sollen noch kommen, hoffentlich macht Cameron es dann besser.

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