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Beifallstsürme für Armin Mueller-Stahl in Rostock-

Verantwortlicher Autor: Ekkehart Nupnau Rostock, 24.05.2022, 17:50 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Kunst, Kultur und Musik +++ Bericht 4597x gelesen

Rostock [ENA] Die Ovationen wollten nicht enden und berührten den ganz in schwarz gekleideten Künstler zutiefst. Dabei hatten die Gäste noch keines seiner Bilder gesehen, dafür aber einen perfekten Auftritt des Schauspielers erlebt. " Ich bin schon Gaukler über 70 Jahr ", eines seiner Lieblingsgedichte. Dynamisch, explosiv, innehaltend, performt Mueller-Stahl. Ein Genuss, mit dem niemand gerechnet hatte. Ein glanzvoller Auftakt.

Armin Mueller-Stahl war bei seinem Rundgang mit dem Leiter der Kunsthalle, Dr. Jörg-Uwe Neumann, zutiefst berührt. Die Ausstellung " Alle Kunst will Musik werden "präsentiert sich in einer Perfektion, vielfältig, farbharmonisch und ausdrucksstark. Neumann: " Mueller-Stahl ist einer der bedeutendsten Künstler des 20.und 21. Jahrhundert." Diesem Anspruch wollten wir gerecht werden. Dabei war es für den Ausstellungsmacher relativ leicht, die Exponate auszuwählen. Er durfte sich in den Atelierräumen des Künstlers frei bewegen, alles umräumen und mitnehmen, was ihm gefiel. 80 Arbeiten geben ein Beispiel der enormen Schaffenskraft des Malers Armin Mueller-Stahl. Sein Leitmotiv: Alles, was mich bewegt will Wort oder Bild werden.

Dabei fand Neumann zwei stark verbogene Wellpappen. Stehgeiger auf Öl. Konservatorisch behandelt sind sie jetzt ein gerettetes Glanzstück in der Ausstellung. Aber sie legen gleichzeitig Zeugnis ab, dass Mueller-Stahl schon sein Leben lang malt, auch wenn er erst mit 70 Jahren entschieden hat, seine Kunst öffentlich zu zeigen. Deswegen war für Jörg-Uwe Neumann wichtig, auch den blauen Esel aus den 50-er Jahren aufzuhängen sowie ein Bild mit Manfred Krug, zu dem Armin Mueller-Stahl am Ende ein gespanntes Verhältnis hatte. Erstmals gezeigt werden in Rostock farbenfrohe, dynamische Bilder zum Thema Jazz. Musik ,die ihn täglich bei seiner vierstündigen Arbeit im Atelier begleitet und motiviert.

Beim Rundgang fällt ein Einzelbild auf, das a priori nicht bedrohlich wirkt. Aber der Text stimmt nachdenklich. Russland und Ukraine ist handschriftlich zu lesen. Der Künstler will keine großen Erklärungen dazu abgeben. Er hat den Krieg mit allen Facetten mitgemacht und überlebt. Man spürt die Anspannung. Ein großes Schiff zerquetscht ein kleines. Der Betrachter soll selbst entscheiden. Mueller-Stahl findet Waffenlieferungen an die Ukraine notwendig. "Bomben und Flucht noch einmal in Europa zu erleben, macht mich zutiefst traurig. Aber ich hoffe, dass alle vor einem Dritten Weltkrieg zurückschrecken." Sorgen macht ihm der auflebende Antisemitismus. Seine jüdischen Portraits setzen ein deutliches Zeichen dagegen. Es ist dringend.

Armin Mueller-Stahl mit Dr. Jörg-Uwe Neumann

Staatsekretärin Susanne Bowen sieht in der Ausstellung einen Spannungsraum deutscher Kunstgeschichte. Mueller-Stahl sei mit dem Straßenfeger " Das unsichtbare Visier" gefeiert , später dann "zum politischen Klassenfeind" gestempelt worden. Jetzt erlebe man seine Kunst im einstigen Prestigeobjekt der DDR- Kulturpolitik, das dem Zerfall sehr nahe war. Bürgerschaftliches Engagement und Enthusiasten, hätten die Kunsthalle davor bewahrt zu verschwinden. Die Ausstellung setzt einen Glanzpunkt in der neuen Geschichte der Kunsthalle. Armin Mueller-Stahl - Schauspieler, Autor, studierter Konzertgeiger und Maler dankte Dr. Jörg-Uwe Neumann für diese Ausstellung. Hurrarufe, Beifallsstürme Freudentränen bei den Besuchern. Mehr geht nicht.

Ausstellung Armin Mueller-Stahl " Alle Kunst will Musik werden " Ort: Schaudepot der Kunsthalle in Rostock Hamburger Str.40 Ausstellungszeitraum: 22.05.2022 - 18.09.2022 Öffnungszeiten: dienstags - sonntags 11-18 Uhr Es erscheint ein Katalog ( in ca. 3 Wochen ) Außerdem sind zwei exklusive Grafiken in der Kunsthalle zu erwerben. 1. Selbst mit roter Geige - Radierung 2. Jazz schwarz- weiß Lithographie

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