Donnerstag, 17.08.2017 11:31 Uhr

Aufbruch in die Romantik

Verantwortlicher Autor: Dominik Lepuschitz Wien, 24.03.2017, 20:51 Uhr
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Caroline Fischer
Caroline Fischer  Bild: Cathleen Herwarth von Bittenfeld (©Caroline Fischer)

Wien [ENA] Die Klangräume des Ludwig van Beethoven sind mannigfaltig. Hineingeboren in die Hochblüte der Wiener Klassik, wurde er zum vielleicht größten Neuerer der Musikgeschichte. Seine Klaviersonaten sind zentraler Bestandteil seines Schaffens. Man könnte sie durchaus als musikalische Autobiographie sehen.

So zeigt sich hier also besonders deutlich die musikalische Entwicklung Beethovens, die aber klarerweise in einem Wechselspiel mit den gerade vorherrschenden Gedanken und Klangvorstellungen erfolgte. Wie sehr Beethoven Avantgarde war, sieht und hört man an den enormen Unterschieden zwischen Werken, die oft nur wenige Jahre voneinander getrennt entstanden. Vom Interpreten erfordert das große Einfühlsamkeit, will man dem jeweiligen Werk wirklich gerecht werden. Eben diese Einfühlsamkeit ist einer der vielen Vorzüge von Caroline Fischer.

Auf ihrer neuesten CD präsentiert sie neben Werken von Clara und Robert Schumann zwei für die jeweilige Entstehungszeit sehr typischen Sonaten von Beethoven, die zudem zu den heute am meisten geschätzten gehören: die Sonate in c, op. 13 „Pathétique“, geschrieben 1799, und die 1804 entstandene Sonate in f, op. 57 „Appassionata“, die zu den größten Meisterwerken der Klavierliteratur zählt.

Zwei Klangwelten, verbunden allein durch den Komponisten – das ist hier, neben allen technischen Ansprüchen, die größte Herausforderung. Fischer bewältigt diese bravourös und bringt es zustande, selbst die Unterschiede, die aus der Entwicklung des Klaviers herrühren, zum Klingen zu bringen, erfuhr das Instrument doch gerade in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts einen enormen Entwicklungsschub. Derartige Feinfühligkeit ist wahrlich außergewöhnlich.

Clara Wieck war eine der bedeutendsten Pianistinnen ihrer Zeit, und ihr Vater Friedrich förderte ihr Talent nach allen Kräften. Bereits als Kind lernte sie Robert Schumann kennen und später lieben, was Vater Wieck weniger begeisterte. Sein Mädchen sollte Karriere als Pianistin machen, nicht als Ehefrau. Clara blieb der Musik zeitlebens verbunden, wenn auch nicht immer zu Schumanns Freude. Er unterstützte ihre kompositorischen Ambitionen, und die Romance varié pour le Piano op. 3 hat Caroline Fischer Schumanns Sonate in g, op. 22, gegenübergestellt.

Auf dem von Beethoven bereiteten Boden entwickelte sich hier eine hoch emotionale Musik, die oft in engem Zusammenhang mit den gerade aktuellen Ereignissen im Leben des Komponisten stand. Clara Schumann hat Fischer offenbar inspiriert und ihre Annäherung kommt bei aller analytischen Methodik immer aus der Musik und führt wieder zur Musik zurück. Im Mittelpunkt immer das Werk – das war und ist Merkmal großer Interpreten.

Piano Passion: Werke von Ludwig van Beethoven, Clara und Robert Schumann; Caroline Fischer, Klavier. Erschienen bei Genuin Classics Kat.No. GEN 17464 www.genuin.de

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