Samstag, 25.11.2017 12:22 Uhr

art KARLSRUHE beginnt umsatzstark

Verantwortlicher Autor: Karl J. Pfaff Karlsruhe, 16.02.2017, 19:59 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Kunst, Kultur und Musik +++ Bericht 4975x gelesen

Karlsruhe [ENA] "Es läuft überraschend gut", kurz und bündig bringt Michael Schultz seine Zufriedenheit zum Ausdruck. Und das bereits am frühen Mittwochnachmittag. Zu diesem Zeitpunkt machte die Nachricht über das erste verkaufte Werk der art KARLSRUHE 2017 die Runde: Die Bronzeplastik "Die Reiterin" (2016) des Berliner Künstlers Thomas Jastram im Außenbereich vor dem Haupteingang fand für 70 000€ einen Interessenten.

Über den Tag wechselten noch "Der singende Raum" (2017) von SEO für 52 000 Euro, "Die Herrin II" (2009) von Cornelia Schleime für 41 000 Euro und vier kleinere Bronzen von Jean Y. Klein für 40 000 Euro den Besitzer. Die 14. Auflage der Messe, die am Mittwochabend nach einer enorm gut besuchten Preview eröffnet wurde, präsentiert Kunstwerke von über 1500 Künstlern an den Ständen der 211 Galeristen aus elf Ländern. Intermezzi im Rundgang sind die 19 Skulpturenplätze.

"Die Atmosphäre ist entspannt und gelassen. Wir finden hier eine Klientel, zu deren Lebensinhalt es gehört zu sammeln", beschreibt Ulrich Gebauer, carlier | Gebauer (Berlin, Halle 4, Stand R01), seinen Eindruck. Die Galerie nimmt zum ersten Mal an der art KARLSRUHE teil und präsentiert neben großformatigen Fotografien von Andreas Mühe den 1968 in Herford geborenen Erik Schmidt. Pastos, schnell und glänzend komponiert, entwickelt sich das Motiv einer Straßenlaterne aus energischen Pinselschwüngen in extremer Untersicht.

Große Aufmerksamkeit weckt die Klassische Moderne. Der Hamburger Grafikspezialist Thole Rotermund (Halle 3, Stand G11) merkte an: "Wir mussten zum Teil aus dem Stand gehen, so groß war der Andrang." Er konnte bereits einige Stücke verkaufen und freut sich über ein reges Interesse an den mitgebrachten Arbeiten etwa von Christian Rohlfs. Apropos Grafik: In Halle 1, traditionsgemäß den Editionen und Auflagenkünsten vorbehalten, gab es gleichermaßen ein produktives Geschäftsklima. Dass es hier spannend und politisch zugehen kann, belegen Neuzugänge, etwa die Heidelberger Edition Staeck (Halle 1, Stand W10).

Thomas Strobl, Stellvertretender Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, forderte zur Eröffnung: „Die demokratischen, freien Gesellschaften müssen zusammenstehen“, auch die Kunst habe einiges zu verteidigen. Damit spielt er auf die Angriffe gegen die französische Presse und Charlie Hebdo an. Kunst müsse nicht politisch sein, sie müsse sich selbst genügen. „Kunst darf aber politisch sein“, ergänzt er. „Leisten Sie Widerstand, zum Beispiel mit Malerei.“ Ewald Karl Schrade, Kurator der Messe, konstatierte: "Kunst macht keinen Halt vor Grenzen, weder vor politischen, ethnischen noch religiösen."

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