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13. art KARLSRUHE, eine Erfolgsbilanz

Verantwortlicher Autor: Karl J. Pfaff Karlsruhe, 23.02.2016, 15:14 Uhr
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Karlsruhe [ENA] Die 13. art KARLSRUHE schloss am Sonntag mit einer stattlichen Erfolgsbilanz. Vom 17. bis 21. 2. strömten 50.000 internationale Besucher in die Hallen der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH (KMK). Britta Wirtz, Geschäftsführerin der KMK: „Wir haben einen starken Standort mit starken Anbietern geformt, der international ausstrahlt. Mit der art KARLSRUHE spielen wir in der ersten Liga internationaler Kunst."

Diese Art der Wahrnehmung spiegelte sich in der offenen Begegnung der Besucherscharen mit den Exponaten, im Umgang mit den Künstlern und vor allem den gut gelaunten Galeristen. Der Kurator und Projektleiter Ewald Karl Schrade ist stolz auf das große Interesse und die Nachfrage der Aussteller. 210 Galeristen aus 13 Ländern wurden herausgefiltert. Darunter befanden sich Kunstvermittler aus Antwerpen, Barcelona, Budapest, Den Haag, London, Mailand, Paris und Teheran. „Im Rückblick nach vorn“, so beschreibt E. K. Schrade gerne das Urtümliche des Konzepts. Die Sammler verschiedener Couleur sollen mit alternativen Konzepten konfrontiert werden und dies für ihr Sammlungsgebiet hinterfragen.

kritische Vögel
Gesichter
NYBags

Die kunsthistorisch abgesicherte klassische Moderne trifft auf Bilder, Skulpturen, Fototechniken, Plastiken und aktuelle Performances aus dem letzten Jahrzehnt. Den Besuchern bot sich eine Explosion an Gestaltungs- und Farbenpracht. Während vor den Hallen stürmische Naturkräfte um Einlass kämpfen, herrschte innen ein reger Kulturbetrieb. Viele unter den 50000 Gästen nutzten den Parcours für eine familiäre, abwechslungsreiche Sichtweise jenseits des Alltags. Für die Kinder gab es Aktionswände für eigene Schaffensideen. Besonders die orientalische Mystik erregte beim Lichterspiel im „Le temple religieux“ von Paul Amar Aufmerksamkeit.

Spontane Gespräche mit den Künstlern und Galeristen brachten manche überraschende Neubewertungen. So fand sich bei der „Neue Kunst Gallery“ von Michael OESS, der unter anderem Nikolai Makarov präsentierte, überraschenderweise live das Model vor dem Modell. Im Kontrast verschmolz Reales in einem nebeligen Schleier der Andeutungen bis an die Grenzen der Wahrnehmungsfähigkeit. Dies ist einer der Ansätze von Makarov, visuell Erfassbares zu vermitteln, zugleich die Wirklichkeit zu verhüllen, vielleicht sogar zu schützen und die Szenerien atmosphärisch zu verändern. Je weiter sich die Darstellung vom nachvollziehbaren Realitätsgehalt entfernt und die persönliche Impression obsiegt, werden neue Assoziationen ermöglicht.

Ganz anders der kräftig glänzende „Flower Ball“, als sattes Acryl-Blumengebinde, von Stefan Gross Die Cupola, von Jens J. Meyer, die Kathedrale des Lichts, eine Installation aus Tuch und Spannschnüren, schuf die Illusion einer vielseitigen Willkommenskultur zum virtuellen Zentrum. One-Artist-Show von Armin Mueller-Stahl positionierte sich klar, Markus Lüppertz kleine Plastik schien noch zerbrechlich.

Flowerpower
offene Tore
Lüppertz-Plastik

Doris Graf setzt künstlerisch sensibel Stimmungen und Stadtbilder um in die klare Zeichensprache des Piktogramms. Sie ist die einzige unter den 2014 ausgezeichneten Preisträgern von „Deutschlands digitale Köpfe“. Das Spannungsfeld war allumfassend: Zwischen den Klassikern wie z.B. Miro und Chagall und Ernst Ludwig Kirchner, wechselte der Blick zu Tomi Ungerer oder auch Janosch. Der umfangreiche Katalog gewährt dem Kunstinteressierten eine wertvolle Orientierung.

Miro
Ai Wei Wei Stuhl
Chagall
Geishas
Fabeltier
metallischer Glanz

Das Fazit aus der Sicht der Aussteller: Mehrere Aussteller melden Rekordumsätze, das Publikum ist im Wandel, es kommen Kunstkäufer aller Generationen. Viele neue Kontakte konnten geknüpft werden. Geschäftsführerin Britta Wirtz: „Die Ausgaben für Kunstkäufe haben sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.“ „Dabei sind die Sammler zum Teil sehr jung. Ein Kompliment also auch an das Publikum, das sehr gut informiert ist. Außerdem ist diese Messe super organisiert, einfach perfekt.“, so Michaela Helfrich Galerie, Berlin. (P.S.)

Bruno Kurz
Die Frauen des Galeristen
Gérard Stricher
Hundertwasser
Künstliches Leben?
Lebensfreuden
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