Mittwoch, 15.08.2018 08:54 Uhr

Welches Auto soll ich heute kaufen?

Verantwortlicher Autor: Frank Schröter München, 09.06.2018, 23:09 Uhr
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München [ENA] Täglich gibt es neue Meldungen zu Stickoxiden, Nachrüstungen, Abgasnormen und drohenden bzw. existierenden Fahrverboten. Als Käufer eines neuen Fahrzeugs stehe ich vor der Entscheidung, mit welchem Antrieb ich denn auch morgen noch unterwegs sein darf. Wie steht es um die Zukunft von Dieselmotoren? Sind Elektroautos die Lösung? Was hat es mit Plug-in Hybriden auf sich?

Verbrennungsmotoren - egal ob Otto oder Diesel - sind die überwiegenden Antriebe der Automobilen Welt. Beide verbrennen Treibstoffe, die aus fossilen Rohstoffen gewonnen werden. Da diese Antriebskonzepte bereits vor über 100 Jahren erfunden wurden, sind diese weit entwickelt und hoch effizient geworden. Man schaue sich nur die Leistungsdaten und die damit erzielten Verbrauchsangaben an.

Bei der Verbrennung entsteht nicht nur Kohlendioxid (CO2), sondern auch eine Reihe anderer Verbindungen, wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide (NOx) und auch Partikel. Viele der Verbrennungsrückstände können durch sich ständig weiterentwickelte Abgasreinigungssysteme - wie Katalysator, Partikelfilter, aber auch Abgasrückführung - stark reduziert werden. Die Wirkung der Nachbehandlung orientiert sich an den jeweils gültigen Gesetzgebungen.

Otto-Motoren verbrennen als Treibstoff Benzin. Die modernen Aggregate sind auf hohe Leistungen bei geringer Hubräumen gezüchtet. Turbolader und Einspritzanlagen mit hohen Drücken sorgen dafür. Katalysatoren sind bereits seit vielen Jahren im Einsatz, und leisten gute Arbeit - bis auf den Feinstaub. Das sind kleinste Partikel, die bei den Verbrennungsvorgängen entstehen. Die Abhilfe ist bereits in Sicht. Viele Hersteller bieten bereits jetzt oder werden in naher Zukunft Otto-Partikel-Filter anbieten.

Dieselmotoren verbrennen - wie der Name schon sagt - Diesel. Allerdings unterscheiden sich sowohl der Treibstoff als auch Verbrennungsvorgänge deutlich von Otto-Motor. Das Problem mit dem Ruß wurde auch vor vielen Jahren gelöst: der Rußpartikelfilter. Bleibt das aktuelle Thema mit den Stickoxiden. Auch hier gibt es Abhilfe. Mit Hilfe einer bestimmten katalytischen Reaktion zusammen mit AdBlue (so ist der Name der dafür notwendigen Flüssigkeit) können die NOx ganz deutlich gesenkt werden. Viele Hersteller rüsten inzwischen auf dieses System um.

Elektrofahrzeuge verbrennen keine fossilen Energieträger, jedenfalls nicht so offensichtlich. Solange der Strom nicht regenerativ erzeugt wird, ist die Herkunft fraglich. Braun- oder Steinkohle, vielleicht sogar Atomkraft? Die Herstellung von Batterien und Elektromotoren verbraucht seltene Erden, deren Förderung nicht immer als umweltneutral gelten kann. Dazu kommen viele Probleme der Infrastruktur.

Welches Antriebskonzept soll es denn nun sein? So pauschal lässt sich das nicht beantworten. Wer viel fahren muss, und dabei nicht unbedingt in die großen Städte muss, ist sicher mit einem modernen Dieselmotor gut beraten. Zumal auch die spezifischen Verbräuche geringer gegenüber dem Otto-Motor ausfallen. Für vom Fahrverbot betroffene Stadtbewohner ist sich ein moderner und nicht zu großer Otto-Motor die Empfehlung. Alternativ auch ein Elektrofahrzeug. Aber nur, wenn das Fahrprofil zur Reichweite passt und auch eine entsprechende Lademöglichkeit vorhanden ist.

Bleibt der Plug-in Hybrid. Dieser ist ein kombinierter Antrieb aus Verbrennungs- und Elektromotor. Damit hat er die Vorteile aber auch die Nachteile beider Konzepte in sich vereint. Hinzu kommt, dass zwei Antriebe im Auto sind. Das wiegt und kostet Platz. Dieser Antrieb ist sicher eine Empfehlung für Pendler, die nur geringe Strecken zurücklegen müssen, aber am Wochenende mal aufs Land fahren wollen.

Dann bliebe noch der Erdgasantrieb. Auch ein fossiler Energieträger, aber inzwischen gibt es erste Versuche, dieses auch synthetisch herzustellen. Leider ist die Auswahl sehr übersichtlich und auch das Tankstellennetz ist nicht ganz so dicht. Letztendlich stellt sich die Frage: Wie geht es weiter? Auch das lässt sich heute nicht eindeutig beantworten. Vielleicht rückt in einiger Zeit das Thema Feinstaub mehr in den Mittelpunkt. Aber der kommt nicht nur aus den Motoren, sondern auch von den Bremsbelägen und Reifen. Ob wir auf diese dann verzichten können?

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